Wüterich, Programmierer, Verächter der deutschen Blagosphäre
19.08.2015, 00:32 Uhr

Wie sich die Zeiten doch ändern

Am 25.11.2013 erschien im Lawblog ein Artikel mit dem Titel ‘Handyfinder’ in dem über einen damals neuen Service von O2 berichtet wurde, der es gegen eine geringe Gebühr ermöglichte, den Standort des eigenen Handys auf ca. 100 Meter (!) genau zu orten.
Dabei wurde auf einen anderen Artikel verlinkt, der die Funktionsweise genauer erläuterte und mit dem Satz

-be carefull big brother or else i´m gonna watch back!

endete.
Erstaunlich, wenn man sowas liest, und dabei genau weiß, dass ich heute bei Google oder wahlweise Apple den Standort meines Handys umsonst auf wenige Meter genau einsehen kann. Heutzutage kann ich mein Handy darüber auch sperren oder komplett löschen, je nach dem.
Der Artikel warnt schon davor, das dieses Tool nur einen kleinen Einblick darauf gäbe, in dass

was abhördiensten heutzutage (in garantiert vollendeterer vorm [sic]) zur verfügung steht

Dank Snowden und anderen wissen wir heute, dass die Sachlage eigentlich noch viel Schlimmer ist, und das GPS-Daten lange nicht mehr das privateste sind, was Geheimdienste über uns wissen.
Schon interessant, damals vermutlich als Aluhut-Spinner abgetan, heute ist alles Geschichte und um alleinige Standort-Daten kümmert sich auch keiner mehr.

Einige Artikel weiter geht es darum, dass Bayrische Schulen LAN-Partys in Schulen verboten haben, weil es zu gefährlich wäre. Udo Vetter dazu:

Mit der gleichen Begründung könnte man auch Handys komplett an Schulen verbieten

Tja, Handys wurden ja noch während meiner Schulzeit verboten, weil Schüler damit nur Unsinn machen würden.
So ein Blick aus der Vergangenheit ist schon eine wirklich interessante Sache.

Verfasst von: Tokk
Abgelegt unter: Meine Meinung, Irrwege der Technik